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update 23.03.2025 : Seminar Gemmatherapie - TV-Beitrag im MDR-Sachsen-Anhalt

 

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-909782.html

 

 

Update 18.03.2025:

Für den im November beginnenden Jahreskurs 2025 / 2026 sind aktuell noch 3 von 4 Plätzen frei. Der aktuelle Jahreskurs geht nun in die Exkursions- und Praxis-Phase - natürlich haben wir in den Wintermonaten auch Exkursionen und Pflazenbestimmungen im Schnee gemacht. Für die VHS-Veranstaltungen 2025 bitte nach unten scrollen ;-)

                   Odermennig                                               Wegwarte

Guten Abend Zusammen,

 

ich mache mich mit meinen Kommentaren zur Heilkräuterkunde ja gerne immer wieder unbeliebt – deswegen heute mal was zum Thema „Indikationslyrik“.

 

Dieser Begriff ist mir zum ersten Mal in einem Artikel des leider schon verstorbenen Prof. Mayer der Forschergruppe Klostermedizin begegnet, in dem er beschreibt, dass u.a. in den frühen, gedruckten Büchern über Heilkräuter antike Rezepte und Anwendungen übernommen, sowie bisher nicht aufgeführte, Neue dazu beschrieben wurden. Dies führte dazu, dass im Laufe der Zeit immer weitere, oftmals bis zu 40 medizinahlische Anwendungen für eine einzige Pflanze beschrieben wurden, die unterschiedlicher nicht sein können.

 

Im Laufe der weiteren Entwicklung der Phytotherapie hat man sich dann aber auf die Wirkstoff-begründeten Indikationen ( = Anwendungen ) beschränkt, die sich eindeutig per Studien oder rationaler Erfahrungsheilkunde begründen ließen.

 

In den letzten Jahren jedoch kann man – vor allem im Zuge der Verbreitung von pivat geführten Heilkräuterschulen - eine Renaissance der Indikationslyrik beobachten, die gepaart ist mit einer neuen Form der – so möchte ich es liebevoll nennen – Extraktionslyrik, welche sich nicht mehr auf Wirkstoffe bezieht.

 

Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist die „Baldrian-Salbe“, welche – je nach der jeweiligen Seminarleitung von Heilkräuterkursen – mit der Wurzel, den Blüten oder den Blättern hergestellt wird. Auch die Extraktionsmethoden sind dabei völlig unabhängig davon, ob sich mögliche Wirkstoffe im beschriebenen Extraktionsmittel auch lösen, dispergieren oder emulgieren lassen. Wichtig ist nur, dass die so gewonnene Salbe, als „beruhigend“ betrachtet wird – und dementsprechend als Mittel gegen Hautirritationen, auf die Schläfen und die Stirn gestrichen, gegen Kopfschmerz und Migräne helfen soll, oder - in der Unterleibsregion aufgetragen – gegen Magenkrämpfe oder Menstruationsbeschwerden helfen solle.

 

Ein kritischer Blick in die antike Literatur läßt es zu, dass man diesen modernen, aber völlig irrationalen Salbenanwendungen auf die Spur kommen kann, denn der Baldrian, wie wir ihn heute kennen, lässt sich nicht eindeutig identifizieren. Die Pflanze, die als antiker Baldrian vermutet wird, wird von Plinius und Dioskurides als „Phu“ bezeichnet ( es gibt aber weder eine Abbildung noch eine klare Pflanzenbeschreibung ) und dabei handelt es wahrscheinlich um eine Narden-Spezies.

 

Die Narde, echte Nardenarten, bzw. ihr ätherisches Öl, spielt in der christlichen Mythologie eine große Rolle – und zwar als Salb-Öl, gewonnen durch die Extraktion von Nardenblüten als Ölauszug. In Ermangelung einer naturgetreuen Abbildung der echten Nardengewächse wird in der mittelalterlichen Ikonographie dass Abbild des Baldrians gewählt, wenn es um die bildliche Darstellung der Salbung von Jesus durch Maria ging. ( Johannes 12,3; „Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.“ ). Von Salbung zur Salbenherstellung mit einem Ölauszug aus Baldrian ist es da natürlich dann nicht weit.

 

Veranstaltungskalender Magister Botanicus Heilkräuterschule 2025

 

Heilkräuterexkursionen 2025

Samstag, 10.05.2025, NSG Steinkirche, Scharzfeld, Harz

Samstag, 17.05.2025, NSG Steinkirche, Scharzfeld, Harz

Buchbar über VHS Osterode, oha@vhs-goettingen.de

 

Heilkräuterkurs für Anfänger – 3 Abende in der VHS Osterode

Mittwoch 11.06. / 18.06. / 25.06. 2025

Anfragen/Buchungen über VHS Osterode: oha@vhs-goettingen.de

 

 

 

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